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Dinge, die ich meinem studierenden Ich über ein Volontariat bei fairkehr sagen würde

Ein Beitrag von Maren Otto

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Unsere Kollegin Maren Otto blickt zurück auf ihr zweijähriges Redaktions-Volontariat bei uns.

Als ich vor zwei Jahren meinen Master in Linguistik abgeschlossen habe, dachte ich, der schwierigste Teil läge hinter mir. Jahrelanges Studium und komplizierte Abschlussarbeit: geschafft. Jetzt müsste es doch eigentlich nur noch losgehen mit dem Berufsleben. Doch meine Erfahrung zählte weniger, als ich gedacht hatte – ich warte bis heute darauf, dass mich jemand nach der Note meiner Masterarbeit fragt. 

Der Übergang von der Uni in den ersten festen Job kann ziemlich einsam sein. Nicht alle schließen gleichzeitig ab, und während die einen nach einer Bewerbung eine Zusage bekommen, schreiben andere dutzende Bewerbungen ins Leere. Gerade deshalb möchte ich meinem studierenden Ich – und allen, die gerade an einem ähnlichen Punkt stehen – sagen, was ich durch mein Volontariat bei der fairkehr über den Berufseinstieg gelernt habe.

1. Du fängst nicht bei null an

Ein vielleicht naiver Teil von mir dachte, ich sei nach dem Studium „fertig“. Mich bewusst für ein Volontariat zu entscheiden, hat sich kurz danach angefühlt, schon wieder bei null anzufangen. Wieder eine neue Ausbildung, wieder neue Regeln, wieder lernen. Was ich heute weiß: ich habe mich vom Aussichtsturm runtergewagt und einen von vielen Wanderwegen drumherum eingeschlagen. Unterwegs bin ich immer wieder an Dingen vorbeigelaufen, die ich von dem Ausblick schon kannte, nur aus dieser Perspektive noch nicht. Denn: 

2. Lernen ist nicht gleich lernen

Ein Volontariat ist eine Ausbildung im Journalismus, Medien- und Kulturbereich als bezahlter Berufseinstieg. Also ja, hier geht es darum, zu lernen. Doch anders als in Studium und Schule nicht in Lerneinheiten mit Prüfungen, sondern integriert in den normalen Arbeitsalltag. Du bist allein auf dem Wanderweg unterwegs, kannst aber jederzeit deinen Guide anrufen, dich nach bestimmten Etappen mit ihm treffen und besprechen, wie du vorankommst und was du für den weiteren Weg brauchst. 

3. Nutze die Freiheit des Ausprobierens

Genau das gibt dir die Freiheit, schon jede Menge selbstverantwortlich zu machen, dich gleichzeitig aber noch nicht zu festzulegen. Den Spielraum, dich auszuprobieren, Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen, aber auch wieder abzugeben, wenn sie nicht zu dir passen. Dir dadurch den Weg zu suchen, den du auch wirklich einschlagen möchtest. 

4. Die Menschen, die du triffst, und die Geschichten, die du erzählst, sind wertvoll

Ich würde meinem studierenden Ich immer wieder zu einem Volontariat bei der fairkehr raten – schon allein wegen der Menschen, die ich hier treffen durfte: Kolleg:innen, andere Volontär:innen, Interviewpartner:innen. In Geschichten zu denken, wird viel leichter, wenn man Menschen begegnet, die etwas zu erzählen haben. Das klingt simpel, wird aber erst wirklich greifbar, wenn du Raum für Austausch hast und das Vertrauen spürst, mit dem andere dir ihre Geschichte anvertrauen. Dieses Gefühl kannst du nicht gegen Klicks, Likes oder Leserzahlen eintauschen.

5. Bei fairkehr lernst du all das und außerdem noch:

In deinem Volontariat bei fairkehr lernst du, wie du verschiedene Zielgruppen über verschiedene Medien und in verschiedenen Tonalitäten erreichst. Du lernst, in Geschichten zu denken und sie für unterschiedliche Kommunikationskanäle aufzubereiten. Du merkst, dass dir Social Media unerwarteterweise viel Spaß machen wird und dass Content Creator:innen wirklich nicht den ganzen Tag nur rumhängen und sich dabei filmen. 

In Schreibtrainings lernst du, wie du Mobilitätsthemen in Geschichten verpackst. Du merkst, dass dir das Ausprobieren neuer Textsorten – vor allem Glossen und Kommentare – Freude macht und stellst in deinem vierwöchigen Volontariatskurs an der Akademie für Publizistik in Hamburg fest, dass du dich viel mehr traust, als du gedacht hättest.

In deinem Arbeitsalltag merkst du außerdem, dass sich jahrelanges konzeptionelles Denken, Recherchieren und Selbstorganisieren im Studium bezahlt macht. Es hilft dir bei Artikeln, in Projekten und dabei, mehrere Aufgaben gleichzeitig im Blick zu behalten. Du merkst, dass der Alltag in einer Agentur sehr abwechslungsreich ist und je nach Projektphase ganz unterschiedlich aussehen kann. Du lernst diese Abwechslung zu schätzen, freust dich gleichzeitig über die Tage, an denen du mit vollem Fokus nur an einem einzigen Text oder Projekt arbeitest. 

Vor allem aber spürst du immer wieder, dass du gemeinsam mit deinen Kolleg:innen, Kund:innen, Gesprächspartner:innen und Leser:innen positive Veränderung bewirken möchtest. Dadurch fühlst du dich bei Rückschlägen weniger allein und gehst in dem Wissen nach Hause, deine Zeit in etwas Sinnvolles gesteckt zu haben. Und vielleicht lernst du auch etwas über Kommunalpolitik dazu – das kannst du, wenn es so weit ist, dann in einem neuen Blogartikel lesen.

Maren Otto

Redakteurin und Projektmanagerin

Hier kommt Maren – mit linguistischem Know-how und einer Extraportion Wortwitz. Mit ihrer Leidenschaft für Sprache mischt sie unsere Projekte ordentlich auf. Egal ob Social Media, Redaktion oder kreative Kommunikation – Maren packt überall mit an und sorgt immer für frische Ideen.

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