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So kommt Katharina gerade von einer Recherchereise in der Toskana zurück. Thema: Gravelbiken. Eine Woche ist sie mit dem Gravelbike durch die Region geradelt – über die berühmten weißen Straßen, vorbei an Zypressenalleen, durch dichte Wälder und über Wege, die auf der Karte deutlich harmloser aussahen als in der Realität.
Es ging zuweilen ziemlich mühsam bergauf. Dafür folgten berauschende Abfahrten – mit glücklichem Grinsen im Gesicht und dem Fahrtwind in den Haaren. Ganz erwartungsgemäß zirpten die Zikaden, es roch nach Lorbeer und Lavendel. Immer wieder neue Kraftschübe brachte die Küche der Region – mit frischen, lokalen Produkten.
Klingt nach Urlaub? Fast.
Denn während unsere Leser:innen die Toskana vielleicht zwei oder drei Wochen lang bereisen, muss Katharina die Recherche etwas effizienter gestalten. Für zwei reguläre Etappen hatte sie teilweise nur einen Tag Zeit. Ihr Zeitplan war straff, die Tage lang, und das Thermometer zeigte zeitweise 40 Grad.

Für die Reise musste auch noch effizient gepackt werden.
Einfach im Bett liegen bleiben, wenn morgens der Wecker klingelt? Keine Option.
Die Etappe abkürzen, weil es vielleicht doch ein bisschen zu heiß zum Radfahren ist? Leider nein.
Nach der Ankunft die Beine hochlegen und den Tag bei einem Glas Wein ausklingen lassen? Nope.
Denn am Etappenziel begann oft der zweite Teil der Arbeit: Interviews führen, Unterkünfte und Gastgeberinnen kennenlernen, Fotos machen, Informationen überprüfen, Gedanken sortieren und Ideen festhalten. Schließlich soll aus all den Eindrücken später nicht nur ein persönlicher Reisebericht entstehen, sondern eine fundierte Reportage, die andere Menschen inspiriert und ihnen bei der Planung ihrer eigenen – nachhaltigen – Reise hilft.
Und dann waren da noch die Bilder und Videos.


Da Katharina diesmal allein unterwegs war, lief eine typische Aufnahme ungefähr so ab:
Einen schönen Foto- oder Videospot entdecken. Das Handy aus der Tasche holen. Eine halbwegs stabile Position suchen. Bildausschnitt prüfen. Aufnahme starten. Schnell aufs Rad steigen. Einmal hin und zurück durchs Bild fahren. Schnell zum Handy zurücklaufen. Aufnahme stoppen. Kontrollieren.
Das Handy ist umgefallen? – Also das Ganze noch einmal.
Das Rad war kaum zu sehen? – Noch einmal.
Ein Auto hat sich ins Bild geschlichen? – Noch einmal.
Was im Anderswo-Magazin und in den sozialen Medien später leicht, entspannt und einladend aussieht – dahinter steckt echte Arbeit. Das gilt für die Bilder und Videos genauso wie für den Text:
Man sucht nach der richtigen Perspektive – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Man entscheidet, welche Erlebnisse für die Geschichte wichtig sind und welche nur eine schöne persönliche Erinnerung bleiben. Man prüft Fakten, spricht mit Menschen vor Ort, verwirft Formulierungen und ringt manchmal länger als erwartet mit einem einzigen Satz.
Denn eine gute Reisereportage soll Lust aufs Unterwegssein machen, ohne einen Ort zur bloßen Kulisse zu reduzieren. Sie soll persönlich sein, ohne nur von einem selbst zu erzählen. Und sie soll ehrlich zeigen, was Reisende erwartet – die traumhaften Ausblicke ebenso wie steile Anstiege, Hitze und anspruchsvolle Wege.
Genau diese Mischung macht Recherchereisen für uns so besonders. Man darf neue Regionen entdecken, Menschen kennenlernen, Fragen stellen und Erfahrungen sammeln, die später zu einer Geschichte werden. Das macht unglaublich viel Spaß und ist eine wunderschöne Abwechslung zum Büroalltag.
Aber Urlaub?
Nein, Urlaub ist es nicht. Dafür ist es viel zu spannend.
Die Reportage von Katharina Garus über Gravelreise durch die Toskana erscheint im Anderswo-Magazin 2027. ↗

Katharina Garus
Redakteurin und Projektmanagerin
Als Projektleiterin setzt Katharina für unsere Kunden Kampagnen, Unternehmensberichte und Imagevideos erfolgreich um. Dazu schreibt sie gekonnt über nachhaltige Mobilität, Reisen und die Energiewende. Als mehrfache Journalisten-Radweltmeisterin liegt ihr das Thema Rad besonders am Herzen.
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