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Das betrifft täglich eine ganze Menge Menschen. Denn: 63 Prozent aller Berufspendler*innen sitzen hinterm Steuer. Natürlich pendeln auch wir von zuhause in unser Agenturbüro in der Bonner Innenstadt: von Beuel nach Bonn, von Kessenich nach Bonn, von Köln nach Bonn, von Hennef nach Bonn. Allerdings nutzen wir dafür das Rad oder die Bahn, weil wir die Verkehrswende nicht nur beruflich, sondern auch privat umsetzen möchten.
Und wir fragen uns: Wie können wir mehr Menschen dafür gewinnen, beim Pendeln umzusteigen oder wenigstens das Auto effizienter zu nutzen? Welche europäischen Städte und Regionen gehen schon mit gutem Beispiel voran, und was funktioniert hierzulande gut?
Die naheliegendste Lösung: Schwing dich aufs Rad! Entweder für den gesamten Arbeitsweg oder für die Strecke bis zum nächsten Bahnhof. Dort wird das Rad abgestellt und die Fahrt mit der Bahn fortgesetzt. Damit Bike + Ride funktioniert, braucht es eine gute Fahrradinfrastruktur samt Fahrradabstellanlagen. Eine Stadt, die mit beidem punkten kann, ist Utrecht. Die niederländische Großstadt wird regelmäßig für ihre Fahrradinfrastruktur gelobt. Und das zurecht. 87 Prozent der Einwohner:innen geben an, mit den Fahrradabstellmöglichkeiten zufrieden zu sein. Das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof verfügt über 12.500 Stellplätze, die rund um die Uhr genutzt und mit einer ÖPNV-Chipkarte bezahlt werden können.
Ist das Auto unverzichtbar, fahrt gemeinsam! In der französischen Region Île-de-France, in der auch Paris liegt, spielt Mitfahren schon eine wichtige Rolle. Nach Angaben des zuständigen Verkehrsverbunds Île-de-France Mobilités kommen rund 900.000 Menschen täglich durch Fahrgemeinschaften zur Arbeit. Buchbar sind die Fahrten über eine App, die nach Angabe der gewünschten An- und Abfahrtszeiten und dem Fahrtziel eine Vernetzung mit einem Fahrer oder einer Fahrerin herstellt, die genau das gleiche Ziel hat. So können Umwelt und Straßen schon merklich entlastet werden.
An der Haltestelle stehen und auf den Bus warten – in ländlichen Regionen leider häufiges Szenario. Im Mobilitätsbarometer der Allianz Pro Schiene gaben 89 Prozent der Befragten zwar an, mit der Entfernung von ihrem Haus zur nächsten Haltestelle zufrieden zu sein, 66 Prozent beklagten allerdings die unzureichende Taktung der Verkehrsmittel. Hier kommt die Lösung: In einigen Bundesländern, darunter Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Brandenburg haben sich PlusBus-Linien etabliert, die genau auf die Taktung des SPNV abgestimmt sind. Lange Umsteigezeiten gehören so der Vergangenheit an. Entwickelt wurde das Konzept vom Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV).
Pendeln kann auch ohne Auto funktionieren – wenn sich Mobilitätsangebote zuverlässig ergänzen und überall verfügbar sind. Auch in unserem Team fahren Kolleg:innen regelmäßig zwischen Köln und Bonn hin und her – meistens mit dem Zug. Katharina Garus legt die gesamte Strecke sogar vollständig mit dem Fahrrad zurück. So beginnt die Verkehrswende nicht erst am Arbeitsplatz, sondern schon auf dem Weg dorthin!
(Im neuen VCD-Magazin haben wir uns dem Thema noch ausführlicher gewidmet)
Foto: Connel_Design/istock

Anna-Lena von Wolff-Metternich
Volontärin
Ob Magazin, Web oder Social Media: Unsere Volontärin Anna-Lena bringt jeden Inhalt in die passende Form. Mit ihrem kulturwissenschaftlichen Blick versteht sie Nachhaltigkeit als gesellschaftlichen Wandel und macht aus komplexen Themen zugängliche Geschichten.
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